Spielsucht bei Kindern

Fernsehen und Telefon waren einmal – heute lockt die digitale Onlinewelt mit einem nahezu unendlichen Schatz an Informationen und ihren virtuellen Welten. Wird von elterlicher Seite nicht von Beginn an über die Gefahren aufgeklärt, die hier lauern, und werden keine klaren Regeln und Grenzen festgelegt, endet der Medienkonsum in vielen Fällen über kurz oder lang in einer Sucht.

Spielsucht bei Kindern

Noch nie waren digitale und soziale Medien für Kinder und Jugendliche so wichtig wie in der heutigen Zeit. Sobald der erste PC oder das erste Smartphone in das Leben der Kinder trifft, eröffnet sich ihnen eine aufregende neue Welt, die einen unglaublich großen Reiz ausübt. Das Surfen im Internet kann durchaus sehr informativ und lehrreich sein, birgt aber auch ein riesiges Suchtpotential.
Haben Kinder die Möglichkeit, sich täglich für längere Zeit ungestört über ihr Handy oder ihren PC im Internet aufzuhalten, stoßen sie zwangsläufig irgendwann auf Social-Media Netzwerke und auf das Angebot mit Onlinespielen. Eltern sollten die Medien-Nutzung ihrer Sprößlinge stets kritisch sehen, sie durchaus auch kontrollieren und vor allem früh die unbedingt nötige Medienkompetenz vermitteln.
Kinder und Jugendliche müssen den selbstverantwortlichen Umgang mit dem Medium Internet zuerst lernen. Aufklärende Gespräche und klare Absprachen mindern das Suchtrisiko immens.

Handysucht bei Kindern

Smartphones sind eine wichtige Errungenschaft, denn man kann damit Informationen abrufen, fotografieren, telefonieren, kommunizieren, Musik hören und noch vieles mehr – letzten Endes auch spielen. Wichtig ist, dass Kinder, sobald sie ihr eigenes Handy bekommen, den bewussten Umgang mit dem Medium Internet und mit ihren eigenen Daten lernen. WhatsApp, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen – wer hier Bilder oder Texte postet, sollte sich darüber bewusst sein, dass das Internet nichts vergisst. Achten Sie bei Ihren Kindern auch unbedingt auf Handy-Auszeiten, bei denen das Mobilgerät bewusst ausgeschaltet und weggelegt wird. Auf jede aufploppende Nachricht, die auf dem Display erscheint, reagiert unser Körper mit der Ausschüttung von Dopamin. Der Neurotransmitter wird gerne als Glückshormon bezeichnet. Wir wollen immer und immer mehr davon. Bleibt der motivierende Effekt aus, reagieren Handysüchtige oft mit aggressivem Verhalten. Diese Aggression bei Handyabstinenz beobachtet man häufig bei Kindern und Jugendlichen, aber soweit muss es gar nicht kommen. Klare Regeln sind allerdings leichter einzuhalten, wenn sich alle Familienmitglieder daran halten. Wie wäre es beispielsweise mit einem Handyparkplatz für die komplette Familie in der Küche oder im Wohnzimmer? Nachts hat ein Smartphone ohnehin nichts Schlafraum zu suchen und auch während der Hausaufgaben oder am Esstisch ist es ein No-Go.

Computerspiele-Sucht

Spätestens im Teenageralter bekommen die meisten Jugendlichen ihren eigenen PC oder zumindest ein Tablet oder Laptop. Häufiger Grund ist, dass Schüler eigene Recherchen zu schulischen Themen durchführen müssen. Natürlich dient das Gerät dann nicht nur zur Informationssuche oder zum Lernen, sondern wird auch zweckentfremdet und zum Spielen verwendet. Über soziale Netzwerke und bei Onlinespielen werden neue Freundschaften geknüpft und kaum einen Teenager stört es noch, dass er die meisten Personen aus seiner Freundesliste nie persönlich kennengelernt hat. Man spielt inkognito, indem man sich einen Avatar – einen künstlichen Vertreter von sich selbst – zulegt, den man nach Belieben gestalten kann.

Verschwimmende Grenzen zwischen Realität und Spiel

Bei diesen Spielen vermischt sich die Realität schnell mit der virtuellen Welt. Sie sind meist so aufgebaut, dass man zu Beginn ohne Geldeinsatz schnell und oft Spielerfolge verbucht. Auch hier kommt wieder das Glückshormon Dopamin zur Ausschüttung. Computerspiele-Hersteller machen sich diesen Vorgang zunutze, denn im fortgeschrittenen Spielverlauf muss man zwangsläufig Geld einsetzen, um seinen Avatar zu stärken und im Spiel voranzukommen. Paysafecards, die sich jedes Kind mit seinem Taschengeld kaufen kann, machen es möglich. Je länger die Spielzeiten sind, desto kritischer wird es, denn neben dem schleichenden Identitätsverlust ist auch ein Geldverlust zu befürchten. Bei Spielen in einem online Spielgeld Casino zum Beispiel, hat man wenigstens keinen finanziellen Verlust und das Suchtpotential ist auch ansonsten wesentlich geringer. Eltern sollten unbedingt eingreifen, wenn der Freundeskreis, sowie soziale und schulische Pflichten vernachlässigt werden. Wer nicht ganz sicher ist, ob es sich bei seinem Kind schon um ein Suchtverhalten handelt, kann die Checkliste Computerspiel für Eltern, welche die Spielsucht-Ambulanz der Unimedizin Mainz zur Verfügung stellt, zu Rate ziehen.

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