Trinkmenge Baby – Wie viel trinkt ein Baby?

Trinken ist wichtig! Nicht nur für uns Erwachsene auch Säuglinge oder Babys müssen trinken. Doch wie viel sollte ein Baby trinken? Wir geben hier Richtwerte für die Trinkmenge des Säuglings / Babys.

Wie viel benötigt ein Baby?

Milchmenge / Trinkmenge Baby

Milchmenge / Trinkmenge Baby

Ganz Grundsätzlich darf ein Säugling natürlich so viel Muttermilch trinken oder Anfangsnahrung essen wie es will und braucht. Wenn es nicht mehr möchte wird das Baby aufhören zu trinken.

Die eigentliche Frage, die viele Mütter aber umtreibt ist, ob die Menge genug ist. Eine alte Regel besagt: „Wenn die Windel des Babys  mindestens 3 mal am Tag ordentlich nass ist, ist alles ok“. Von dem her kann man vielen Eltern die größte Sorge nehmen.

Dann stellt sich natürlich die Frage wie viel Milch benötigt das Baby wenn man es von einer eher wissenschaftlichen Seite betrachtet. Beziehungsweise welche Menge ein Millilitern ist angemessen.

Die berechneten Werte sind Mittelwerte die für Muttermilch und Säuglingsnahrung gelten.


Berechnung der Trinkmenge anhand der 1/6 Formel

Eine sehr beliebte Methode zur Berechnung der Baby Trinkmenge ist die 1 / 6 Formel. Da diese so einfach ist, findet sie sehr häufig Anwendung.

Ganz grundsätzlich sagt die 1/6 Formel aus, dass die Trinkmenge ab der zweiten Lebenswoche bis zum 4. Monat bei circa 1/6 des Körpergewichts liegen soll. Dabei spielt es keine Rolle wie viele Mahlzeiten das Baby zu sich nimmt. Wichtig ist nur, dass die Trinkmenge über den Tag verteilt nicht wesentlich unter- oder überschritten wird. Auch sehr kurze Abstände von weniger als 2 Stunden sind kein Problem.

Hier die Formel in der Übersicht:

Stillen und Füttern nach Bedarf – Wie viele Mahlzeiten benötigt mein Baby?

Natürlich hat jedes Baby unterschiedlich Hunger und Durst. Dadurch ändert sich auch wie oft ein Baby etwas isst und wie oft es trinken muss. Dadurch variiert auch die Milchmenge, die bei jeder Mahlzeit „konsumiert“ wird.

Viele kleine Mahlzeiten sind perfekt

Zuerst muss man eine kleine Warnung aussprechen: Stillen / Füttern nach Bedarf bedeutet nicht, dass  frühestens nach 2 und spätestens nach 4 Stunden gestillt beziehungsweise gefüttert werden muss. Dies wäre ein flexibler Zeitplan, weicht aber vollkommen von der Realität ab. Kein Kind wird immer so einen Rhythmus beibehalten. So ist es in der Praxis meist so, dass ein Kind mal jede Stunde Hunger hat, an anderen Tagen aber nur alle 4 Stunden.

Der unterschiedliche Rhythmus liegt an mehreren Dingen. Da ein Baby je nach Aktivität mehr Energie verbraucht, hat es danach auch einen größeren Hunger. Zudem kommt es auf die aktuelle Entwicklung an in der sich das Baby befindet. Somit entwickelt sich ein gleichmäßiger Rhythmus nur sehr selten. Dass geht sogar soweit, dass sogar innerhalb eines Tages Schwankungen auftreten.

Ein typischer Rhythmus gleicht in der Praxis eher einen Cha-Cha-Cha Tanz. Mal sind mehrere kleine Mahlzeiten in kurzer Reihenfolge gefragt. Ein anderes mal sind weit auseinander  liegende große gefragt. Mal ist auch eine längere Pause vollkommen in Ordnung.

Folgende Grafik zeigt die Maximale Trinkmenge je Mahlzeit:

Der Magen des Babys ist in den ersten Lebenswochen noch sehr klein. Dies bedeutet die maximalen Mengen je Mahlzeit sollten nicht überschritten werden.


Fazit: Auch kleine Abstände zwischen den Mahlzeiten von nur einer Stunde sind vollkommen in Ordnung. Die Anzahl der Mahlzeiten variiert je nach Baby und Aktivität zwischen 5 und 12. Solange die maximale Trinkmenge innerhalb von 24 Stunden nicht wesentlich überschritten wird ist alles in Ordnung.

Die Gewichtszunahme im Überblick

Die Gewichtszunahme ist ein wichtiges Merkmal um zu erkennen ob der Säugling genug isst und trinkt.

  • Circa zwischen dem 10. und 14. Lebenstag sollte das Gewicht wieder auf Höhe des Geburtsgewichts sein. Mindestens sollte aber ein Aufwärtstrend vorhanden sein
  • Das Geburtsgewicht muss spätestens nach 3 Wochen wieder erreicht sein!
  • Die typische Gewichtszunahme in den ersten 2 Monaten beträgt zwischen 150 und 330g pro Woche
  • Ab dem 3. bis 4. Monat circa 100 bis 330g pro Woche
  • Ab dem 5. und 6. Monat verlangsamt es sich merklich auf 70 bis 140g pro Woche
  • Vom 7. bis zum 12. Monat sind es nur noch 40 bis 110g pro Woche

Ganz klar sollte man hier nicht auf Wochenbasis messen. Mal nimmt das Baby etwas schneller zu mal etwas langsamer. Daher ist es wichtig, dass die Werte langfristig bzw. über einen längeren Zeitraum erreicht werden.

Bedeutung der Gewichtskurve

Gewichtskurven sind ein kompliziertes Thema. Die Komplexität ist für Laien leider viel zu hoch. Daher muss man grundlegend davon abraten sich daran selbst zu versuchen. Für Ärzte jedoch ist die Kurve ein wichtiges Kriterium zur Bestimmung der körperlichen Entwicklung. Da viele dennoch auf die Gewichstkurve schauen und dann verunsichert sind, versuche ich hier zumindest die Basics zu erläutern.

Ganz prinzipiell steht natürlich die Gewichtskurve in direktem Zusammenhang mit der Trinkmenge. Doch gerade in den ersten Lebenswochen kann es zu Fehlinterpretationen kommen.

Normalerweise kommt ein Baby mit dem Gewicht zur Welt, das von seiner Genetik vorgegeben ist. Die Statur / das Gewicht kann sich aber durch äußere Einflüsse in der Schwangerschaft ändern. So kann eine Mangelversorgung der Plazenta zu einem niedrigeren Geburtsgewicht führen. Während eine Schwangerschaftsdiabetes zu höherem Gewicht führt.

All diese Unterschiede und Abweichung wird der Säugling versuchen zu beheben. Daher nimmt er entsprechend mehr oder weniger Nahrung zu sich. Somit kann ein Baby direkt nach der Schwangerschaft in einer zu hohen oder zu tiefen Gewichtskurve liegen. Es erfolgt dann ein Wechsel in die passende Gewichtskurve. Dadurch wirkt es so als würde das Baby zu viel oder zu wenig zu sich nehmen. Es wechselt einfach nur in die passende Gewichtskurve.

Also keine Panik gerade in den ersten Wochen sind die Schwankungen der Trinkmenge sehr groß. Es gilt wie immer: Solange sich das Baby gut entwickelt und regelmäßig an Gewicht zu legt ist alles gut.

Viele Eltern folgen gerade zu Beginn ihrer Intuition nach und stillen den Bedarf so wie es das Baby benötigt. Also kann man ganz klar entwarnen.

Genaue Berechnung der Trinkmenge nach Körpergewicht, Geschlecht und Alter

Eine exakte Berechnung der Baby Trinkmenge ist äußerst kompliziert und aufwändig. Zu viele Faktoren wie Geburtsgewicht, Schlafdauer usw. spielen hier mit rein.

Ich versuche mit einer einfachen Beispielrechnung den Vorgang zu erklären.

Beispielrechnung für ein 12 Wochen altes Baby mit einem Gewicht von 6000g und etwa 12 Stunden Schlaf innerhalb von 24 Stunden:

Der Kalorienbedarf liegt bei Jungen durchschnittlich bei 88,3 kcal/kg, bei Mädchen bei einem Wert von 59,7 kcal/kg. Am Tag (24 Stunden) benötigt ein Junge also circa 530 kcal. Dies entspricht circa 750ml Milch. Bei einem Mädchen liegen die Werte bei 360 kcal und 510ml Milch.

Der Kalorienbedarf wurde hier Dr.Carlos Gonzales der La Leche Liga e.V. entnommen.

Wann sollte man zum Arzt?

Wie ein Erwachsener auch hat auch ein Kind mal mehr und mal weniger Hunger oder Durst. Daher gibt es hier natürlich immer Schwankungen von Tag zu Tag. Darum sind kleine oder gelegentliche Abweichungen normalerweise nicht bedenklich. Es geht darum, zu erkennen was ein anhaltendes Missverhältnis zwischen der tatsächlichen Trinkmenge und dem theoretischen Bedarf besteht. Solltest du dies bemerken, ist der Gang zum Kinderarzt empfehlenswert. Hier kann man alles weitere besprechen.

Andere Mengenempfehlungen auf der Packung

Leider denken einige Hersteller viel hilft viel. So verkauft sich mehr und alle sind glücklich. Weit gefehlt. Da selbst die Weltgesundheitsorganisation inzwischen die Angaben einiger Hersteller für Babynahrung bemängelt, ist hier Vorsicht angesagt. Die Angaben sind zu hoch angesetzt und verunsichern viele Eltern unnötig. Dadurch kommt es dazu, dass Eltern versuchen die aufgedruckten Mengen zu erreichen und ihr Baby weiter zu füttern obwohl es schon satt ist. Zu groß ist die Angst, das Kleine könnte nicht genug essen.

Daher kurz über die Mengen informieren und gut ist.

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