Kindersicherheit im Alltag: Das Zuhause kindersicher gestalten

Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder sicher und gesund aufwachsen können. Interessanterweise verunglücken die meisten Babys und Kleinkinder zwischen der Geburt und dem sechsten Lebensjahr vor allem im geschützten häuslichen Umfeld. Bevor das Baby einzieht, sollte deshalb der gesamte Haushalt kindersicher gestaltet werden.

Sicherheit im Kinderzimmer

In den ersten Wochen und Monaten ihres Lebens verbringen Kinder selten viel Zeit unbeaufsichtigt im Kinderzimmer. Ihre Welt ist in dieser Zeit vor allem das direkte Umfeld ihrer Eltern. Trotzdem sollte das Kinderzimmer von Anfang an sicher gestaltet werden. Dazu gehören in erster Linie hochwertige Möbel. Die verwendeten Materialien müssen frei von Schadstoffen sein und so gut verarbeitet, dass sich keine Einzelteile lösen oder Splitter, scharfe Kanten und gefährliche Ritzen entstehen können.

Gute Kinderzimmermöbel verfügen über abgerundete Kanten und Schließmechanismen mit Stopperfunktion, die vor eingeklemmten Fingern schützen. Hohe Möbelstücke sollten aus Sicherheitsgründen von Anfang an zusätzlich in der Wand verankert werden, damit sie nicht umkippen können, wenn Kinder sich daran hochziehen oder einen Kletterversuch wagen.

Der Wickeltisch birgt ein besonders großes Risiko. Er muss mit einem ausreichenden Sturzschutz versehen sein. Trotzdem ist es für die Sicherheit unerlässlich, Babys von Anfang an niemals allein auf dem Wickeltisch liegen zu lassen. Motorische Entwicklungsschritte, wie zum Beispiel das eigenständige Drehen, geschehen häufig völlig unerwartet und ein Sturz vom Wickeltisch kann schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

 

Der perfekte Begleiter durch die Nacht und den Mittagsschlaf ist das Babyphone. Sobald Kinder aus der unmittelbaren elterlichen Nähe auch für die Nacht in ihr eigenes Zimmer umziehen, schafft ein Babyphone wertvolle Sicherheit. Ob rein akustisch oder mit Videoüberwachung, die praktischen Geräte machen es möglich, den Schlaf der Kleinen jederzeit aus einem anderen Zimmer heraus zu überwachen und im Bedarfsfall sofort zu reagieren.

Natürlich ist es auch im Kinderzimmer von Anfang an wichtig, alle Steckdosen zu sichern und lose Kabel so zu befestigen, dass sie für Kinderhände unerreichbar sind.

Sicherer Boden für Krabbelkinder und die ersten Schritte

Wenn Kinder mobiler werden, stellen sie ihre Bezugspersonen und ihre Umgebung vor neue Herausforderungen. Sie möchten lernen und streben meist ungeduldig und mit viel Eifer auf den nächsten Entwicklungsschritt hin. Vor allem im Hinblick auf die Mobilität und die Vergrößerung ihres Bewegungsradius üben sie häufig mit einer Hingabe, die staunen lässt. So entstehen neue Fähigkeiten manchmal beinahe über Nacht. Um Kinder bestmöglich vor Gefahren im häuslichen Umfeld zu schützen, sollten Eltern deshalb vorausschauend agieren und Sicherheitsvorkehrungen nicht erst dann vornehmen, wenn ihr Kind einen neuen Entwicklungsschritt tatsächlich gemeistert hat.

Für Krabbelkinder und Kinder, die die ersten Gehversuche wagen, birgt der Fußboden viele potenzielle Gefahren. Während ein zu glatter Fußboden Kinder schnell ausrutschen lässt, können selbst niedrige Hindernisse wie Teppichkanten zur Stolperfalle werden.

Ist der Bodenbelag eher rutschig, wie Laminat, Parkett oder Fliesen, sollten Kinder ab den ersten Krabbelversuchen Socken mit Anti-Rutsch-Beschichtung oder Krabbelschuhe tragen. So haben sie mehr Halt auf rutschigem Boden und können sich sowohl krabbelnd als auch stehend oder gehend sicherer fortbewegen.

Vor allem in Räumen, in denen sich das Kind häufig aufhält, empfiehlt sich ein Bodenbelag, der leicht abfedernd wirkt und fußwarm ist. Korkboden erfüllt beide Eigenschaften hervorragend. Hochwertiger Korkboden ist in vielen Designs erhältlich und kann häufig auch als zusätzliche Schicht über den bereits vorhandenen Bodenbelag verlegt werden. Im häuslichen Umfeld überzeugt Kork als Naturmaterial durch seine atmungsaktiven und wasserabweisenden Eigenschaften, ist pflegeleicht und gut für Allergiker geeignet.

Teppiche sind im direkten Wohnumfeld von Kindern Stolperfalle und Rutschgefahr in einem. Selbst niedrige Teppichkanten können für Laufanfänger zu einer großen Hürde werden. Sind eher leichte Teppiche auf einen rutschigen Untergrund verlegt, besteht neben dem Stolperrisiko auch Rutschgefahr. Wenn Kleinkinder gerade mit dem Stehen und Laufen beginnen, sollten lose Teppiche nach Möglichkeit vorübergehend entfernt werden. Stattdessen könnte eine fantasievolle und kuschelweise Krabbelmatte auf dem Wohnzimmerfußboden einziehen. Sie schafft ebenfalls ein wohnliches Ambiente und ist außerdem ein Spielparadies für Krabbelkinder. Wer nicht auf Teppiche im Wohnumfeld verzichten möchte, sollte zu Teppichklebeband greifen, mit dem Teppiche auf dem Untergrund fixiert werden können. So lässt sich zumindest die Rutschgefahr weitgehend bannen.

Sobald der Nachwuchs mobiler wird, sollten Eltern außerdem aufmerksam darauf achten, dass keine Kleinteile oder für Kinder ungeeigneten Gegenstände auf dem Fußboden liegen. Auch Spielzeug sollte so platziert werden, dass es nicht zum Stolperstein wird oder den Krabbel- und Laufweg blockiert. Auch verschüttete Flüssigkeiten oder Krümel können für Babys und Kleinkinder zum Sicherheitsrisiko werden. Der Fußboden sollte deshalb immer sauber und frei von Gefahrenquellen gehalten werden.

Im direkten Zusammenhang mit dem Boden sind natürlich von Anfang an auch Treppenauf- und -abgänge so zu sichern, dass Kinder nicht stürzen können. Einfache Treppengitter gibt es zur Selbstmontage beim Fachhändler. Viele Modelle sind sogar in einer Klemmvariante erhältlich, bei der der Schutz ohne Bohren befestigt werden kann.

Kabel, Steckdosen und Co.

Elektronische Geräte üben auf Kleinkinder schon früh eine große Faszination aus und bergen gleichzeitig ein enormes Sicherheitsrisiko. So können Eltern ihre Kinder von Anfang an bestmöglich schützen:

 

  1. Steckdosen mit einer Kindersicherung versehen oder durch Mehrfachsteckdosen ersetzen, die eine Kindersicherung enthalten. 
  1. Auch hinter Möbeln versteckte Steckdosen sollten konsequent gesichert werden. 
  1. Kabel müssen so gut wie möglich außerhalb der Reichweite von Kindern geführt werden, zum Beispiel hinter dem Putz oder in Kabelschächten. Ist dies nicht möglich, sind freiliegende Kabel durch Kabelschellen in kurzen Abständen an der Wand zu befestigen. 
  1. Elektrogeräte sollten immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt und betrieben werden. Nach der Benutzung ist der Netzstecker immer sofort zu ziehen und sicher aufzuwickeln. 
  1. Elektrogeräte, die im Kinderzimmer verwendet werden, sollten eine Netzspannung von 24 Volt nicht überschreiten. Geräte, die zur Benutzung durch Kinder entwickelt wurden, wie Musikspieler, hat der Gesetzgeber eine Richtlinien erlassen, nach der diese Geräte nur mit einer Netzspannung von maximal 24 Volt zugelassen werden.

 

Die Initiative kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat für Eltern eine praktische Checkliste zum Gratisdownload bereitgestellt, in der noch einmal alle wichtigen Sicherheitsvorkehrungen rund um Strom und Elektrizität enthalten sind. Außerdem gibt es ein kostenloses Merkblatt mit Sofortmaßnahmen bei einem Stromunfall.

Hier gibt es weitere Tipps zur Sicherheit.

Fenster- und Türgriffe sichern

 

Fenster und Türen sind für mobilere Kinder besonders spannend. Ein unbeaufsichtigtes Öffnen kann allerdings sehr gefährlich werden. Wenn Kinder Türen öffnen und das Haus unbeaufsichtigt verlassen oder aus einem geöffneten Fenster stürzen, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Eltern sollten Kinder niemals in der Nähe von geöffneten Fenstern und Türen unbeaufsichtigt lassen. In der Nähe von Fenstern sollten außerdem keine Kletterhilfen vorhanden sein, über die das Kind zum Beispiel auf die Fensterbank klettern kann. Das gilt zum Beispiel für Stühle, Hocker oder andere Einrichtungsgegenstände, die das Kind leicht selbst bewegen kann.

Fenster- und Türgriffe sollten mit einer zuverlässigen Kindersicherung versehen werden. Moderne Fenster verfügen häufig schon über eine eingebaute Kindersicherung. Auch bei älteren Modellen ist ein Nachbau aber meist ohne große bauliche Veränderungen möglich, und zwar je nach gewählter Variante auch so, dass die Sicherungen nachträglich wieder entfernt werden können. Optimal ist eine Kindersicherung im ganzen Haus, mindestens aber an allen Fenster- und Türgriffen ab der ersten Etage. Auch Türen, die zu Treppenauf- und -abgängen führen, wie zum Beispiel bei der Kellertreppe, sollten zusätzlich gesichert werden.

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